Zielsetzung

Für die Westerweiterung von Eurogate plant die Hamburg Port Authority (HPA) zusammen mit der Wirtschaftsbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg zwischen dem Parkhafen und Finkenwerder  einen Containerumschlagplatz, doppelt so groß wie die Binnenalster. Hierfür wird das Bubendeyufer  gegenüber von Oevelgönne komplett vernichtet, die Pappelallee gerodet, der wertvolle Kontrast zwischen Natur und Industrie und damit das ökologische Gleichgewicht zerstört, der Parkhafen zugeschüttet, die Bubendeyspitze für einen größeren Wendekreis der Containerriesen abgetragen, 1 km Kaimauer im Hauptstrom der Elbe und im Parkhafen zusätzlich zu den vorhandenen Kaimauern errichtet und die gesamte Fläche von 38 Hektar versiegelt sowie neue Radaranlagen auf beiden Seiten des Elbufers aufgestellt.  Auf die von der Hansestadt für mindestens 600 Millionen Euro bereitgestellte Fläche werden dann Kräne, Technik und Gebäude von Eurogate mit einem voraussichtlichen Investitionsvolumen von ca. 200 Millionen Euro errichtet.

Zwischenzeitlich wurde seit Eröffnung des Planfest-stellungsverfahrens die gesamte Halbinsel entlang des Bubendeyufers von Tanks, Gebäuden und Schuppen vorbereitend für die Westerweiterung bereinigt, so als wäre das Planfeststellungsverfahren bereits genehmigt. Man berief sich hierbei auf das Hafenprivileg, welches zwischenzeitlich aber durch neue Gesetzgebung gestoppt wurde. Der Aufmerksamkeit des Nabus und des Vereins "Erhaltet Oevelgoenne e.V." ist es unter anderem zu verdanken, dass heute die Pappelallee noch steht. Jeder Baum ist numeriert! Ein aufwendiger anwaltlicher Schriftwechsel war zum Erhalt der Pappelallee und der geschützten Pflanzen des Bubendeyufers erforderlich.

Der Lebensraum für Mensch und Tier und damit das ökologische System des Hafens sind zu kostbar, als dass eine Westerweiterung zu rechtfertigen wäre, ohne vorhandene Resourcen vorher auszuschöpfen.

Die Förderung des Natur- und Umweltschutzes ist das zentrale Thema dieses Vereins. Die Abwehr von schädlichen Umwelteinwirkungen auf den Menschen, das Wasser, den Boden und die Luft sowie der Tiere in Oevelgönne durch die Westerweiterung von Eurogate, das sind unsere Bestrebungen. Wir meinen es ernst und möchten mit dazu beitragen durch weiterführende Vorschläge den Hafenstandort Hamburg langfristig und erfolgversprechend zu unterstützen. Das klare Nein zur Westerweiterung bleibt dabei unverrückbar bestehen und soll durch Eingaben an die Bürgerschaft und den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, durch Informationsveranstaltungen mit Bürgern unter Hinweis auf die bestehenden und drohenden Gefahren, durch Unterschriftensammlung zum gleichen Zweck, durch Einholung von Gutachten, fachlichen Beratungen, Erstellung von Rechtsgutachten etc. erreicht werden.

Die Ausführungen der HPA zur Bedarfsbegründung sind schlichtweg falsch. Darin heißt es: "Die beantragte Westerweiterung des CTH steht als Maßnahme der Hafenerweiterung nach Innen in der Kontinuität der hamburgischen Hafenentwicklungspolitik und trägt dazu bei, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Hafens zu sichern und auszubauen. Ein Verzicht auf einen Ausbau würde hingegen nicht nur dem CTH Entwicklungsmöglichkeiten abschneiden, sondern zugleich auch die Wachstumschancen für den Hafen Hamburg insgesamt erheblich mindern - mit negativen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und letztlich für die Wertschöpfung, Beschäftigung und Steuereinnahmen in Hamburg und der gesamten Region. Die Durchführung der Ausbaumaßnahme "Westerweiterung des CTH" liegt somit im Öffentlichen Interesse."


 

Diese Begründung entspricht nicht der Realität:


Die Aufstockung der heute bereits vorhandenen Hafenkapazitäten von 18 Millionen TEU Jahresumschlag auf 22 Mio TEU (twenty feet equivalent unit = Standardcontainer) durch die Westerweiterung ist eine Vorratsplanung und keine Bedarfsplanung bei derzeitigem Umschlag von gerade mal geschätzen 9 bis 10 Mio Containerumschlag in 2016 für den Hamburger Hafen. Die Elbvertiefung ist durch das Bundesverwaltungsgericht Ende 2017 beschlossen, doch schon heute erreichen die größten Containerschiffe den Hamburger Hafen. Die Umverteilung der weltweiten Containerumschläge bleibt nach Anschluß des Jade Weserhafens als Tiefseewasserhafen für Deutschland  abzuwarten, europaweit sind Odessa, Athen, Triest, Genua, Danzig und Petersburg Aspiranten auf den Ost-West-Handel neben Rotterdam und Antwerpen als führende Häfen Europas. 


Die HPA wäre gut beraten, die schon heute vorhandenen Kapazitäten von 18 Mio TEU zu nutzen und die Infrastruktur entsprechend auszubauen, um an diesem Handel teilzuhaben und Hamburg zudem auf einen modernen vielseitigen Hafen mit Umschlägen für Erze, Kohle, Greifgüter etc. noch besser vorzubereiten und wertschöpfend den Steinwerder Hafen zu nutzen. 

Es gilt tragfähige Konzepte für eine langfristige Hafenentwicklung nach OECD zu erarbeiten. Nur dann wird der Hamburger Hafen eine blühende Zukunft haben. 

Wichtig sind zukunftsorientierte und ausgewogene multifaktorielle Hafenumschläge unterschiedlichster Art mit den damit verbundenen Industrieansiedlungen. Viele Probleme sind den offiziellen Trägern und Verantwortlichen bekannt und vieles weist bei den Fachleuten bereits in eine richtige Richtung. Ein Mehr an Stahlboxen ist nicht zukunftsweisend. Die weltweit größte Reederei Maersk hat bereits zu erkennen gegeben, daß noch größere Schiffe als die heute vorhandenen von ihr nicht mehr aus Rentabilitätsgründen in Auftrag gegeben werden.

Schallimmissionen sind heute bereits an der Ö 1 Meßstelle in Neumühlen aktuell gesundheitsschädigend. Die Auswertungen der HPA zur erwartenden Schallimmission durch den Ausbau des Container Terminals CTH sind nicht haltbar. Dies weisen neutrale Gutachten nach. Die Beschallung durch die Westerweiterung des CTH schädigt gravierend und nachhaltig die Gesundheit der Bevölkerung.

Unsere Zielsetzung ist es, eine sinnlose Vorratsplanung zu vermeiden und eine Hafenentwicklung zu befördern mit langfristigen Konzepten einer Nordrange zwischen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven entsprechend den OECD Empfehlungen.

     

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